Forderung: "Anstalt Landeswald Schleswig-Holstein"
Unser Wald:
Heimstatt der Wildtiere, Garten unserer Kinder,
grüne Lunge der Bürger – bitte keine Tricks, Herr Ministerpräsident!
Der am 10. Oktober von Forstminister Christian von Boetticher erklärte Verzicht auf den Landeswaldverkauf bedeutet für die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein (AGNJ-SH) keine Entwarnung. Ganz offensichtlich wird hier mit gezinkten Karten gespielt.
Wer den Text zum Verkaufsverzicht aufmerksam studiert stellt fest, dass der Landeswald, künftig der Umweltbildungs- und Naturschutzleistungen weitestgehend entledigt, in eine GmbH mit Minder- oder Mehrheitsbeteiligung des Landes oder eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden soll.
Die Option Anstalt des öffentlichen Rechts, vom forstpolitischen Sprecher der CDU, MdL Hartmut Hammerich, schon immer forciert, ist Königsweg in fast allen Bundesländern. Hierbei wird neben einer optimalen Wirtschaftsführung auch die Beibehaltung der besonderen Gemeinwohlleistungen des Landeswaldes gewährleistet.
Diesen Weg wollen Ministerpräsident Cartensen und einige seiner einflussreichen Verbündeten wegen eines angeblich hohen Zuschussbedarfs offensichtlich nicht mitgehen.
Die Bereitstellung von Erholungseinrichtungen, die Betreuung von integrierten Naturschutzgebieten, die Unterhaltung von Wander-, Reit- und Radwegen und die Leistungen im Rahmen der Waldpädagogik sind sicherlich nicht kostenneutral zu haben. Aber muss man selbst die Koalitionäre der SPD immer wieder auf die Sozialpflichtigkeit des Eigentums – auch oder gerade des Staatseigentums – hinweisen?
Hat im Zuge der Diskussion um den Landeswaldverkauf Ministerpräsident Peter Harry Carstensen sein gestörtes Verhältnis zum Wald offenbart, so muss der Koalitionspartner SPD sich eine gewisse Schlafmützigkeit in allen Angelegenheiten des Natur- und Umweltschutzes vorwerfen lassen.
Soziale und ökologische Leistungen des Waldes im Sinne einer Daseinsvorsorge bedürfen erfolgreicher ökonomischer Anstrengungen. Gebt den Mitarbeitern der Landesforstverwaltung die Chance, sich dieser Aufgabe zu stellen!
Die AGNJ-SH unterstützt daher ausdrücklich die Forderungen vieler Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein, nicht noch weiter die Umwandlung des Landeswaldes in eine GmbH oder Aktiengesellschaft zu prüfen, sondern endlich die Weichen für die Errichtung einer
„Anstalt Landeswald Schleswig-Holstein“
oder für einen optimierten Landesbetrieb zu stellen.
Der Landeswald muss weiterhin auf der Gesamtfläche alle Funktionen für das Allgemeinwohl erfüllen können.
Helmut Neu