Fressen Heuschrecken den Landeswald?
Kahlschlag droht, fressen Heuschrecken den Landeswald?
Bürgerwald in Bürgerhände!
Das Interessenbekundungsverfahren zum Verkauf des Landeswaldes erschüttert wieder einmal die Glaubwürdigkeit der Schwarz-Roten Koalition im Land zwischen den Meeren.
Die Landesregierung prüft mit diesem Verfahren die Machbarkeit der Privatisierung des Landeswaldes, obwohl die große Mehrzahl der Landtagsabgeordneten der SPD und eine große Zahl ihrer Kollegen und Kolleginnen aus der CDU während der Diskussion um den Landeswaldverkauf sich eindeutig für den Erhalt des Landeswaldes eingesetzt und ausgesprochen haben.
Es entsteht nunmehr der Eindruck, als wolle das Kabinett die eindeutige Absicht der Mehrheit des Parlamentes unterlaufen.
Die AGNJ/SH erwartet einen Aufschrei der Parlamentarier angesichts dieses skandalösen Vorgehens des Ministerpräsidenten und seines Waldministers!
Aber: dieses Vorgehen steht im Einklang mit dem vor einigen Monaten öffentlich eingestandenen Wortbruch des Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Harry Peter Carstensen. Das Vertrauen der Bürger des nördlichsten Bundeslandes in die politische Führung ist inzwischen schwer beschädigt.
Die Wählerschaften der in großer Koalition verbundenen Parteien SPD und CDU befürchten, mit ihren Wählerstimmen „Perle vor die Säue“ geworfen zu haben. Manch einer fühlt sich belogen, verraten und verkauft.
Das Vertrauen in das gesprochene und geschriebene Wort der politisch Verantwortlichen im Lande ist ge- (zer-) stört.
Sorge und Angst um die Zukunft des Landes zwischen den Meeren treibt auch die Umweltverbände um. Viele Fragen sich:
„Was machen DIE mit uns?“
Die AGNJ-SH wehrt sich nachhaltig gegen den Verkauf des Landeswaldes von Schleswig-Holstein.
Das derzeit durch das Kabinett initiierte “Interessenbekundungsverfahren” birgt die Gefahr, dass Heuschrecken den Landeswald fressen.
US-Rentenfonds, die alleine an einer hohen Rendite interessiert sind und die – wie in den USA üblich – der sozialen und ökologischen Bedeutung des Waldes keinerlei Bedeutung zumessen, werden sich auf unsere Wälder stürzen.
Weltweit agierende Energie- und Forstunternehmen nutzen rücksichtslos die technischen Möglichkeiten der Ausbeutung des Energieträgers Wald und schlachten derzeit die öffentlichen Wälder in Osteuropa und Übersee.
Die AGNJ/SH fordert alle Mitglieder des Schleswig-Holsteinischen Landtages auf, dem Verkauf des Landeswaldes nicht zuzustimmen und die notwendigen Beschlüsse herbeizuführen, um Verkaufsvorbereitungen schon im Ansatz zu ersticken.
Die Verantwortung unserer parlamentarischen Vertreter gebietet es, das Allgemeinwohlgut WALD den Bürgerinnen und Bürgern Schleswig-Holsteins, auch den nachfolgenden, zu erhalten.
Unser Wald hat einen Wert, der alleine mit einem reinen „Kubikmeterpreis Holz“ nicht annähernd zu fassen ist, denn der größte Anteil der sogenannten Allgemeinwohlleistungen wie Erholung, Tourismus und Natur- und Artenschutz wird auf den Flächen des Landeswaldes, für jedermann ohne zusätzliche Kosten nutzbar, umgesetzt.
Helmut Neu