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Rücktritt des Landesnaturschutzbeauftragten

Erhebliche Mängel bei der Operationsführung im Kampf um den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in Schleswig-Holstein – Umweltminister von Boetticher (CDU) unter Beschuss der Umweltverbände – Landesnaturschutzbeauftragter Asmussen (CDU) zurückgetreten!

Ob`s an den falschen Beratern liegt oder schlichtweg allgemeine Führungsschwäche der Grund für die Vielzahl von Fehlentscheidungen des Schleswig-Holsteinischen Landwirtschafts- und Umweltminister Christian von Boetticher ist: nach dem Debakel um die Abschusserlaubnis von Krähen und Elstern und fehlender Kompromissbereitschaft bei der beabsichtigten Kormoranverordnung, sollte dem Landesnaturschutzbeauftragten nunmehr ein ein Maulkorb verpasst werden.

Da hatte er aber die Rechnung ohne den ehemaligen CDU-Minister und Landesnaturschutzbeauftragten Roger Asmussem (69) gemacht. Der nämlich tat was ein Ehrenmann in diesem Falle tun sollte – er trat anfangs Januar nach nur sechs Monaten Amtszeit als Landesnaturschutzbeauftragter zurück.

Asmussen, der seit vielen Jahren für den Eulenschutz im Lande eintritt, nannte gegenüber den LÜBECKER NACHRICHTEN (LN) drei Gründe für seinen Rücktritt. Erstens sei er gegen die vom Ministerium forcierte Abschusserlaubnis für Rabenkrähen und Elstern gewesen, zweitens habe sich das Umweltministerium auch bei seiner Kormoranverordnung über ein Votum des Landesnaturschutz-Beirates hinweggesetzt. Es müsse eine moralisch-ethische Grenze gezogen bleiben, wenn es um das Töten von Tieren gehe. Drittens habe man ihn aufgefordert, alle seine Presseerklärungen vorher mit dem Ministerium abzusprechen. „Das hätte zwangsläufig zu ständigen Diskussionen über Texte geführt, eine Zumuttung!“ so Asmussen gegenüber den LN.

Umweltminister von Boetticher versuchte es mit einem Entlastungsangriff: man habe Asmussens Wunsch nach einem Stab nicht erfüllen können. Doch der ehmalige CDU-Minister Roger Asmusson liess den Angriff in einen Sack laufen und konterte: „Einen Stab von Mitarbeitern habe ich nie gewollt.“ Es sei ihm lediglich um die Abordnung eines Biologen, eines Juristen und einer Schreibkraft auf Anforderung gegangen.

Nach Ansicht des NABU ist die Landesregierungin Sachen Naturschutz beratungsresistent und anscheinend ausschließlich an einer Nutzerklientel orientiert. Asmussen habe erkannt, so der NABU, dass sein Amt bei dieser Regierung nur eine Feigenblattfunktion habe.

Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein e.V. (AGNJ-SH), die gerade erst im November bei einem Gespräch von AGNJ-Vorstandsmitgliedern mit dem Landesnaturschutzbeauftragten von den Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung seines Ehrenamtes erfahren hatte, bedauert den Rücktritt des ehemaligen Ministers und engagierten Naturschützers Roger Asmussen und dankt ihm recht herzlich für sein Engagement zum Schutze der Natur in Schleswig-Holstein

Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Helmut Neu 0451-4991430