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Vorstand umbesetzt

Helmut Neu, 56, ist neuer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein. Der Oberstleutnant a.D. folgt dem Landesförster Dipl.Forst-Ing. Eckehard Heisinger, 56, der aus privaten Gründen das Amt zurückgegeben hat.

Der Wechsel erfolgte während der Jahreshauptversammlung der AGNJ/SH im Erlebniswald Trappenkamp am vergangenen Mittwoch (21.06.06).

„Jagd und Tierschutz“
war Thema des Gastvortrages von Dipl.Biol. Torsten Schmidt, Fachreferent Natur- und Artenschutz des Deutschen Tierschutzbundes.
Hierzu konnte Eckehard Heisinger die Landtagsabgeordneten Hartmut Hamerich, Forst- und Waldpolitischer Sprecher der CDU und Detlef Matthiesen, Jagdpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, begrüßen.

An der anschließenden Diskussion beteiligten sich u.a. Herrmann Schulz, Landesvorsitzender des NABU in Schleswig-Holstein und Dr. Henning Thiessen vom Landesamt für Natur und Umwelt.

Überraschend die Beiträge von MdL Detlef Matthiessen, der sich als Landtierarzt durch realitätsnahe Bewertungen sensibler Themenbereiche, wie z.B. der Jagd mit Fallen, hervortat. Er verwies dabei auf die Fallenjagdverordnung, die noch unter der Rot-Grünen Landesregierung erlassen wurde.
MdL Hartmut Hamerich überzeugte als fachlich kompetenter Jagdpraktiker. Der Pächter eines Niederwildreviers in Ostholstein wandte sich gegen vorurteilsgeprägte Behauptungen, forderte aber konsequentes Vorgehen bei Verstößen gegen das Jagd- und Tierschutzrecht.

Vor der anschließenden Neuwahl ging Eckehard Heisinger auf die Geschichte der AGNJ/SH ein, die 1996 gegründet wurde und deren Ziel eine stärkere Einbindung von Natur- und Umweltschutz sowie der berechtigten Interessen des Tierschutzes bei allen Belangen der Jagd sei.
Der Gründungsvorsitzende verwies insbesondere auf die erfolgreiche Mitarbeit der AGNJ/SH bei der Neufassung des Landesjagdgesetzes.

Jagdpolitischer Sprecher H. Hammerich Mdl zu Gast

Fröhlich, Heisinger, Hammerich MdL, Neu, Klitzing, Negel

Antrittsrede

„Das deutsche Jagdwesen läuft Gefahr, den Anschluss an den Fortschritt der Zeit zu verlieren.

Wir müssen uns stellen, uns selbstkritisch und ernsthaft mit den Vorhaltungen der Gesellschaft befassen und Antworten finden.
Wir tun dies in dem Bewußtsein, prinzipiell für den Fortbestand der Jagd zu kämpfen.
Einer Jagd, die einem zeitgemäßen natur- und umweltwissenschaftlichen Anspruch gerecht wird, die das Wildtier als Geschöpf ebenso wie das Wohl seines Lebensraumes in Wald und Feld sowie die Interessen der nichtjagenden, aber die Natur auch nutzenden Mitmenschen beachtet.

Ich möchte meine Kraft einsetzen für die Fortentwicklung einer Jagd auf nicht gefährdete Wildtierarten in ihren artgemäßen und naturnah gestalteten Lebensräumen.
Dabei dürfen Tiere grundsätzlich nur dann getötet werden, wenn ihre nachhaltige und sinnvolle Nutzung gewährleistet ist.
Abendländische Ethik und christliche Wertevorstellungen müssen Inhalt und Ausführungsmerkmale der Jagd stärker als bisher beeinflussen.
Gesellschaftliche Akzeptanz und Glaubwürdigkeit der Jägerei hängen nicht nur mit der sichtbaren Jagdausübung zusammen. Auch die intellektuellen Auseinandersetzungen um die Zukunft der Jagd sind öffentlichkeitswirksam.


Lassen Sie uns gemeinsam für die Entwicklung und den Fortbestand einer naturnahen Jagd streiten und die richtigen Lösungen finden.“