Achtung Wildwechsel – Unfallgefahr!
Wenn der Häcksler das letzte Maisfeld abgeerntet hat und die Silos der Landwirte gefüllt sind, herrscht Not in den Feldrevieren Schleswig-Holsteins. Rehe, Hirsche und Wildschweine verlieren von einem auf den anderen Tag Deckung und Nahrung, sie wechseln auf der Suche nach sicheren Einständen und neuen Nahrungsquellen in die wenigen Wälder, in Moore und Kuhlen.
Achtung Wildwechsel – Unfallgefahr!
Immer noch tragen zu hohe Wildbestände im Land zwischen den Meeren zum hohen Unfallrisiko bei. Menschen, Wild und Fahrzeuge kommen zu Schaden, weil viele Jäger ihre Schulaufgaben nicht machen, sie schießen zu wenig!
Wenn Umwelt- und Jagdminister Dr. Christian von Boetticher im
Jagd- und Artenschutzbericht 2005 seines Ministeriums feststellt, „dass die Jäger stets bewiesen haben, dass sie verantwortungsvoll und erfolgreich Hege betreiben“, dann verwechselt er Hege mit Zucht.
Wie anders erklärt sich sonst die Tatsache, dass sich innerhalb der letzten 20 Jahre die Streckenergebnisse – also die Anzahl des von Jägern erlegten
Wildes – beim „Schalenwild“ (Hirsch, Wildschwein und Reh) exorbitant entwickelt haben?
Zahlen:
Wildart:Strecke (Abschuss) 1985:Strecke (Abschuss) 2005:Rehwildca. 35.000 Stückca. 50.000 StückDamwildca. 4.000 Stückdeutlich über 7.000 StückSchwarzwildüber 3.000 Stücküber 8.000 Stück
Auf diese Aufwärtsentwicklung hat das zuständige Ministerium für Umwelt mehrfach hingewiesen. Die Jagdzeiten wurden erweitert, gleichwohl tragen schießmüde Jäger nichts zum Einhalt dieser Entwicklung bei.
Stark angewachsene Schalenwildbestände, und hierzu gehören in Schleswig-Holstein neben dem zahlenmäßig am häufigsten vorkommenden Rehwild auch das Schwarz- und Damwild, schädigen nicht nur Wälder, Knicks und Feldfrüchte, sondern gefährden das Leben und die Gesundheit der Autofahrer.
Die AGNJ-SH fordert darum, die Dichten der Wildbestände den jeweiligen Habitatsbedingungen so anzupassen, dass durch Wild verursachte Schäden im Wald und in der Feldflur gering gehalten werden und das Wildunfallrisiko gemindert wird.
Zugleich fordert die Arbeitsgemeinschaft die Jäger und die Jagd- und Naturschutzverwaltungen auf, durch Maßnahmen der Lebensraumverbesserung in der Flur den Prozess der Schadensminderung zu unterstützen.
Insbesondere im waldarmen Schleswig-Holstein kommt es darauf an, die Wildpopulation durch Schaffung ganzjähriger Deckung außerhalb geschlossener Waldgebiete zu dezentralisieren.
Helmut Neu
Der ADAC empfiehlt in seiner Mitgliederzeitschrift ADAC motorwelt 10/2006:
„Wird ein Tier auf der Straße sichtbar, dann gilt: stark abbremsen, abblenden, hupen. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, dann bleibt nur: Vollbremsung, keine unkontrollierten Ausweichmanöver.
Nach der Kollission Unfallstelle sichern, Verletzte versorgen und die Polizei benachrichtigen.
Lebloses Wild nicht berühren und keinesfalls abtransportieren. Dies könnte als Wilderei gelten.“
