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Der Winterfuchs

In unserer Kulturlandschaft gibt es Gewinner und Verlierer.
Reinecke (Rot-) Fuchs gehört eindeutig zu den Gewinnern, seine Populationsdichte hält sich in Schleswig-Holstein auf hohem Niveau. Seit nunmehr 10 Jahren werden hier im Norden der Bundesrepublik jährlich weit mehr als 10.000 Füchse von Jägern zur Strecke gebracht, 1993 waren es sogar 18.000 Freibeuter, die ihr Leben lassen mussten.
Der Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten des Landes SH stellt in seinem Artenschutzbericht für das Jahr 2003 fest, dass im vergangenen Jahr mit 13.577 erlegten Füchsen ein „weiterer Rückgang der Fuchsstrecke festzustellen sei“:
Das Ergebnis, so der Bericht, liege unter dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre.

Nicht dramatisch, meint die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein e.V. (AGNJ-SH), und wirbt um Verständnis für die Verfemten.

Das Gleichgewicht in der Natur ist nämlich nicht durch Raubtiere gestört, sondern alleine durch den Menschen. Er hat die Lebensräume vieler Tiere vernichtet und verunstaltet, es gibt nicht zu viele Räuber, sondern zu wenig ungestörte Rückzugsgebiete.
Nicht das grundlose Töten von Tieren, sondern die Verbesserung ihrer Lebensräume schafft und erhält die Vielfalt der Natur.

Die Gefahr, dass der Fuchs Krankheiten und Parasiten auf Mensch und Haustiere überträgt, ist nach Auswertung vielfältiger Untersuchungen extrem gering, das ohnehin geringe Risiko ist daher wirkungsvoll durch Medikamente zu mindern.
Und wenn der Fuchs dem Jäger mal einen Junghasen oder einen unaufmerksamen Fasan stiebitzt, so ist „des einen Freud´ - des anderen Leid.“ Kein Jäger im Lande ist ob des Nahrungskonkurrenten Fuchs je verhungert!




Aus Sicht der AGNJ-SH gibt es nur wenige Gründe für die Jagd auf den roten Freibeuter:

Bei inakzeptablen Störungen für den Menschen im Siedlungsbereich kann nach dem Jagdgesetz ein vernünftiger Grund vorliegen,
ebenso ist die Jagd zur maßvollen Nutzung von Fellen durchaus vertretbar. Der „reife Winterbalg“ des Fuchses ist herrliches Pelzwerk aus heimischer Natur, er wärmt und schmückt zugleich.
Aber, Jungfüchse am Bau oder auf ihren ersten Streifzügen wie Ungeziefer bekämpfen und den Kadaver dann entsorgen zu müssen – ist kein vernünftiger Grund, meint die AGNJ!