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Mehr „Dampf“ auf Damwild!

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Mit Beginn der Hauptjagdzeit auf Damwild startete die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein e.V. (AGNJ/SH) eine Presseinitiative mit dem Ziel, auf die teilweise deutlich überhöhten Damwildbestände in Schleswig-Holstein aufmerksam zu machen. Die großen Zeitungsredaktionen im Land (Kieler Nachrichten, Lübecker Nachrichten u.a.) griffen das Thema auf und berichteten ausführlich.

Die AGNJ/SH fordert eine stärkere Bejagung des Damwildes und eine Dezentralisierung der Bestände durch Schaffung von ganzjähriger Deckung außerhalb geschlossener Waldgebiete. Der Waldanteil in Schleswig-Holstein ist bekanntermaßen gering (ca. 10%).

Damwild ist in vielen Teilen Schleswig-Holsteins in hoher Dichte anzutreffen, wer aufmerksam die reizvolle Landschaft – insbesondere im Ostholsteinischen Hügelland - durchfährt, kann Rudel bis zu 100 Wildtieren zählen.

Sind das eigentlich tatsächlich noch Wildtiere, die in unnatürlich großen Beständen „gehalten“ werden und die zu deutlich messbaren Schäden in Wäldern, Feldern und an Knicks führen?

Ursprünglich stammt diese Wildart aus Kleinasien. Erst nach jahrhundertelanger Haltung in Schaugatter und sog. „Thiergärten“ der Fürstenhöfe in Mitteleuropa konnten sich erst ab dem 18. und 19. Jahrhundert nennenswerte Freilandbestände bilden. Es handelt sich also um eine neu eingebürgerte, vom Menschen züchterisch in Gefangenschaftshaltung erheblich beeinflusste Art.

Infolge hoher Akzeptanz in der Jägerschaft - die Hirsche tragen im Alter mächtige „Schaufeln“ - und der günstigen Lebensbedingungen, hat es sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgebreitet. Gleichzeitig wuchsen die Bestände an. Damwild bevorzugt einen Lebensraum mit einem lockeren Gemisch aus Wald und offenen Flächen. Seine Sommereinstände finden sich vielfach in deckungsreichem Getreide und auf den Rapsschlägen. Im Winter steht es, zumeist in größeren Rudeln, im Wald und auf waldnahen Freiflächen.

Naturverträglich ist der in vielen Teilen des Landes Schleswig-Holstein weit überhöhte Damwildbestand (z.B. im Bereich Plön, Lütjenburg, Selenter See, Schleswig) schon lange nicht mehr. Alleine das imposante Geweih an der Trophäenwand rechtfertigt keine Überhege zum Nachteil der Volkswirtschaft!

Hohe Wildbestände in Verbindung mit zunehmender Verkehrsdichte bedingen wachsende Unfallrisiken, bei denen Menschen, Wild und Fahrzeuge zu Schaden kommen. Verbiss und Schälschäden in den Wäldern und auf landwirtschaftlichen Flächen sind betriebswirtschaftlich und ökologisch nicht weiter hinnehmbar.



Dem Vorwurf, die AGNJ würde alleine mit Polemik versuchen, die Jagd in Misskredit zu bringen, ist mit Fakten zu entgegnen:

Die AGNJ/SH fordert darum, die teilweise unerträglich hohen Damwildbestände auf ein naturverträgliches Maß zu reduzieren und ein Abkehr von antiquierten Vorstellungen von Jagd und sogenannter „Hege“, deren alleiniges Ziel das Heranzüchten lebender Ziele und mächtiger Geweihe ist.