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Forschungsprojekt zum Einsatz bleifreier Jagdmunit

Hintergründe:

Zunehmend werden in der Öffentlichkeit kritische Stimmen über die Verwendung von Munition mit hohem Bleianteil laut. Es wird offenbar nicht nur befürchtet, dass weiterhin Wildtiere über die Nahrungsaufnahme mit Blei kontaminiert werden (Seeadler), sondern auch, dass der Verbraucher von Wildfleisch erfährt, dass er oftmals mit Bleiresten belastetes Wild verzehrt.
Aus Verbraucherschutzgründen ist es deshalb dringend geboten, die Auswirkungen bleihaltiger Jagdmunition auf die Wildbretqualität wissenschaftlich untersuchen zu lassen.
Unter Federführung des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz hat Brandenburg als erstes Bundesland ein Forschungsprojekt zum Einsatz bleifreier Munition gestartet.

Hintergrund waren Totfunde von Großvögeln, vor allem Greifen, in deren Mägen Geschossreste von bleihaltiger Munition gefunden wurden. In Deutschland liegen bislang kaum Erfahrungen mit bleifreier Munition vor. Das Beobachtungsprogramm im Brandenburgs Landeswald soll dazu beitragen, mehr über die Wirkung bleiloser Munition zu erfahren. Auch Schleswig-Holstein mit seinen partiell hohen Schalenwildbeständen muss daran interessiert sein zu erfahren, ob auch mit dieser Munition eine weidgerechte und tierschutzgemäße Jagd möglich ist.

Kernstück des Programms ist ein gemeinsames Forschungsprojekt, an dem das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) Berlin, die Fachhochschule Eberswalde (FHE), die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd und Sportwaffen e.V. (DEVA), der Naturschutzbund(NABU), die Landesjagdverbände Brandenburg und Berlin sowie die Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) beteiligt sind. Auch in Schleswig-Holstein nehmen zwei Förstereien der SH-Landesforsten an dem Bleifreimonitoring teil.

Obwohl bleifreie Jagdmunition seit etwa 15 Jahren im Handel ist, hat sich die Verwendung dieser Geschosse in der Praxis bisher nicht flächendeckend durchgesetzt. Jagdexperten, Waffentechniker, Naturschützer, aber auch Tierschützer streiten seit Jahren über die Möglichkeiten, bleihaltige Geschosse zu ersetzen. So wird in der Fachpresse über die Treffsicherheit dieser Munition und über unerwünschte Nebenwirkungen von ersatzweise eingesetzten Stoffen diskutiert. Das gemeinsame Forschungsprojekt soll tierschutzrelevante, aber auch jagdbetriebliche, wirtschaftliche, wildbiologische, waffentechnische und ballistische Aspekte beim Einsatz von alternativer Munition untersuchen und mit den herkömmlichen Wirkungen vergleichen. Das Projekt soll darüber hinaus auch Aussagen erbringen, wie alternative Geschossmaterialien im Jagdbetrieb eingesetzt werden können, ohne dass von deren Rückständen weitere Gefährdungen ausgehen.