Bioenergie als Beitrag zum Klimaschutz, aber..
Umweltminister Dr. Christian von Boetticher
betont die Rolle der Bioenergie als Beitrag zum Klimaschutz und Einkommensperspektive für die Landwirtschaft.
Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein (AGNJ SH) widerspricht!
Umweltminister Dr. Christian von Boetticher hat die Bedeutung der Bioenergie betont. Bei einer Fachtagung in Viöl (Kreis Nordfriesland), die vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gemeinsam mit der Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holstein veranstaltet wurde, sagte er heute (8. Oktober): "Die Nutzung der Bioenergie hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Erwerbszweig für die Landwirtschaft entwickelt und kann im Verbund mit anderen erneuerbaren Energien einen bedeutenden Beitrag zum Schutz des Klimas und unserer begrenzten Vorräte an fossilen Energieträgern leisten", so von Boetticher.
Agrawüsten nehmen Hase, Fasan und co. Lebensraum
Widerspruch!
Bund und Land fördern regenerative Energien, um zukünftiger Ressourcenknappheit und der wachsenden Abhängigkeit von ausländischen Energielieferanten zu entgehen.
Förderprogramme für erneuerbare Energien machen den Anbau von Mais und anderen Energiepflanzen für Landwirte mehr als interessant.
Die AGNJ SH sieht diesen Trend mit Besorgnis: riesige Mais-Monokulturen beeinträchtigen dann das Landschaftsbild im Touristenland zwischen den Meeren, der intensive Anbau zerstört Lebensräume unserer heimischen Fauna, die Artenvielfalt geht zurück.
Das Niederwild – also Hase, Rebhuhn und Fasan – verliert seine Existenzgrundlage, wildschadensträchtige Monokulturen nehmen überhand, ähnlich wie schon heute in Mecklenburg drohen Agrarwüsten.
Bei allem Verständnis für die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte muss der Schutz von Umwelt und Natur Vorrang haben.
Schließlich fordert das Grundgesetz im Artikel 20a den Staat auf, in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen.
Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd Schleswig-Holstein appelliert an alle Parteien in Schleswig-Holstein, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und keine gesetzlichen Regelungen zu scheuen, die das Recht der Bürger an einer unbeschädigten Natur gewährleisten.
Insbesondere der Koalitionspartner SPD ist hier in der Pflicht.
Ich erwarte, dass die Sozialdemokraten den Schutz der Natur als Ausdruck der Sozialpflichtigkeit des Eigentums anerkennen und dies durch entsprechende Initiativen deutlich zum Ausdruck bringen.
Erosionsfördernde Monokulturen - und hierzu gehört insbesondere der ungezügelte Maisanbau – passen nicht in eine Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts.
Helmut Neu
Stockelsdorf, den 08.10.2007