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Kommentar zum neuen Landesbetrieb

Foto Paul

Wo Nationalpark draufsteht, muss auch zukünftig Nationalpark drin sein!

Wenn Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher, der ja auch Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein ist (was in seiner Wahrnehmung dieser konkurrierenden Rollen nicht immer deutlich wird), den neu gegründeten “Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz” über den grünen Klee lobt, ist Vorsicht angesagt.

Wenn er davon spricht, dass die Wasserwirtschaft in Schleswig-Holstein ihre Rolle als Vorreiter und Leistungsträger wieder einmal unter Beweis gestellt habe, so fragen nicht wenige umweltbewusste Menschen im Lande, ob dem Schutz des Wattenmeers im Nationalpark auch zukünftig eine hohe Priorität eingeräumt wird.

“Wo Nationalpark draufsteht, muss auch zukünftig Nationalpark drin sein”, so NABU-Landesvorsitzender Hermann Schultz in einer Erklärung anlässlich der Indienststellung des neuen Landesbetriebes.
Der NABU hat den Prozess der Umstrukturierung gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden und als Mitgesellschafter der Nationalparkservice -GmbH inhaltlich begleitet.

Ob der im Nationalparkgesetz festgelegte Nationalparkgrundsatz “Natur Natur sein lassen” zukünftig Bestand hat, bleibt aufmerksam zu beobachten.
Schließlich werden in dem neuen Landesbetrieb auch die Belange des Küstenschutzes, der Wasserwirtschaft und der Gefahrenabwehr wahrgenommen, was sicherlich nicht ohne Einfluss auf die ökologischen Prämissen eines Nationalparks bleiben wird.

Und Gefahren für den Nationalpark gilt es tatsächlich abzuwehren: in diesem Zusammenhang erteilte der NABU-Vorsitzende einer weiteren Erdölbohrung und -förderung im Wattenmeer und der Genehmigung und Bereitstellung von Kabeltrassen zur Ableitung des von Offshore-Windkraftanlagen erzeugten Stroms durch das Wattenmeer sowie einer möglicherweise ins Auge gefassten erneuten Ausweitung der Vorlandbeweidung der Salzwiesen eine klare Absage.

Auch der Küstenschutz hat die Belange des Nationalparks und seine Grundlagen wie bisher zu beachten. Gemeinsam mit dem NABU und anderen Umweltverbänden werden wir weiterhin die Auswirkungen der Neuorganisation auf die zukünftige Entwicklung des Nationalparks kritisch-konstruktiv begleiten.

Helmut Neu
Vorsitzender der AGNJ-SH
www.agnj-sh.de