Der AGNJ-Blog DER VEREIN JAGD HEUTE GESETZE UND VERORDNUNGEN DOWNLOAD-BEREICH ÖJV Links zu Naturschutzverbänden u.s.w. Archiv 2009 Archiv 2008 Archiv 2007 und früher IMPRESSUM
Startseite Archiv 2008 Teil 2 bleifreier Büchsenschuß

Archiv 2008


Bioenergie als Beitrag zum Klimaschutz? Kabinett stimmt Konzept der Forstreform zu Forschungsprojekt bleifreie Jagdmunition Teil 2 bleifreier Büchsenschuß Was fliegt denn da im Norden? Biber zurück in Schleswig-Holstein Tötung eines Wachtelhundes Kommentar zum neuen Landesbetrieb Landesbetrieb Küstenschutz und Nationalpark Überfahrener Wolf bei Lübeck vermutlich ein Sachse Jahreshauptversammlung Artenschutzbericht S-H 2008 Jahreshauptversammlung 2008



Teil 2 bleifreier Büchsenschuß

Großversuch

Ministerium für Landwirtschaft,
Umwelt und ländliche Räume
des Landes Schleswig-Holstein

31. März 2008


Jagd: Großversuch zur Verwendung bleifreier Büchsenmunition läuft auch in Schleswig-Holstein

KIEL. Auch in Schleswig-Holstein startet jetzt ein Großversuch zum Ersatz bleihaltiger Jagdmunition durch Munition aus anderen Legierungen. Neben den Förstereien Ahrensbök und Schierenwald in Schleswig-Holstein beteiligen sich daran zurzeit auch die Landesforstverwaltung Brandenburg, der Müritz Nationalpark sowie Reviere in Bayern.
Bei der Jagd auf größeres Wild wie Rehe, Hirsche und Wildschweine verwenden die Jäger Kugelmunition, die aus einem Bleikern mit einem Mantel aus anderem, härterem Metall besteht. Die Splitterwirkung dieser Geschosse sorgt für einen unverzüglichen Schocktod der beschossenen Tiere. Ein Ziel bei der Jagd auf Wildtiere ist nämlich, die erforderlichen Reduktionsabschüsse tierschutzgerecht und damit weitgehend schmerzlos für das Wild durchzuführen.
Nachteil ist bei der bisher zur Verwendung kommenden Munition, dass Blei in die Nahrungsketten gelangen kann. So haben Untersuchungen des Leibnitz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin ergeben, dass von 309 untersuchten toten Seeadlern 70 an Bleivergiftung starben, weil sie Wildreste mit Bleisplittern als Nahrung aufgenommen hatten. Dies war Anlass für den Großversuch zur Verwendung alternativer, bleifreier Geschosse. Im Parallelversuch wird nun entweder bleifrei oder mit bleihaltiger Munition gejagt. Über jeden Schuss wird ein Bericht gefertigt und an erlegten Stücken Röntgenuntersuchungen vorgenommen, um die genaue Wirkung der Geschosse zu dokumentieren. An den Untersuchungen sind das Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin, die Fachhochschule Eberswalde sowie die Deutsche Versuchs- und Prüf-Anstalt für Jagd- und Sportwaffen e. V. (DEVA) beteiligt.
Nach Abschluss des Forschungsprojektes im Jahre 2009 wird ein endgültiges Urteil möglich sein, ob die "bleifreie Jagd" tierschutzgerecht ist und ob die Alternativmaterialien wie zum Beispiel Kupferlegierungen im Hinblick auf Gesundheitsgefährdungen für Menschen und Tiere unbedenklich sind.
Bis die "bleifreie" Jagd dann möglicherweise allgemein eingeführt wird, sind unter anderem Anpassungen der bisher einschlägigen Rechtsvorschriften zur Jagd erforderlich, die dann auch Übergangsfristen für die Verwendung der bisher üblichen Jagdmunition beinhalten dürften.



Verantwortlich für diesen Pressetext: Christian Seyfert, Christiane Conrad | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201, -7204 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mlur.landsh.de <"mailto:pressestelle@mlur.landsh.de> | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de