Was fliegt denn da? Wintergäste aus dem hohen Norden in Schleswig-Holstein
KIEL. Während viele Menschen in Schleswig-Holstein in diesen kalten und nassen Wintertagen von wärmeren Gefilden träumen, ist das Land zwischen den Meeren für viele gefiederte Gäste gerade jetzt ein echter Anziehungspunkt.
Die auffälligsten Wintergäste in Schleswig Holstein sind sicher die Gänse, die in Schutzgebieten und auf landwirtschaftlichen Flächen in großen Schwärmen äsen. Dort finden sie gerade in den warmen Wintern der letzten Jahre ausreichend Nahrung, so dass sie sich die gefährlichen Zugwege nach Süden ersparen. Ihre Bestände sind, nachdem sie Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts fast ausgerottet wurden, durch Schutzmaßnahmen seit einigen Jahrzehnten wieder angestiegen. Ihre alten Zahlen haben sie aber noch nicht wieder erreicht. Nun können viele Schleswig Holsteiner und ihre Gäste in den nächsten Tagen und Wochen das Naturschauspiel der großen Gänseschwärme erleben.
Auch viele Schwäne verbringen den Winter gerne in Schleswig-Holstein. Die Singschwäne mit ihrer trompetenartigen Stimme und dem gelben Schnabel kommen überwiegend aus Skandinavien, zum Teil auch aus Nordrussland zu uns. Sie sind jetzt an der dänischen Grenze in Nordfriesland und an der Schlei zu beobachten. Der in Sibirien brütende Zwergschwan macht hier in erster Linie auf der Durchreise nach bzw. von seinen Winterquartieren in England in den Monaten Februar und März sowie dann wieder im Oktober und November Station. Nur der Höckerschwan mit dem roten Schnabel und dem schwarzen Schnabelhöcker ist als Brutvogel ganzjährig im Lande anwesend.
Auch für viele nordische Brut- und Singvögel zum Beispiel aus Skandinavien war insbesondere die Nordseeküste schon immer ein wichtiges Überwinterungsgebiet, da durch den Golfstrom hier die Winter relativ mild sind. Typische Wintergäste sind Schneeammern, Ohrenlerchen oder Berghänflinge. Sie sind am ehesten bei einem Deichspaziergang an der Küste Nordfrieslands zu beobachten, wenn man die kleinen Trupps der zirpenden Ohrenlerche oder die großen Schwärme der laut zwitschernden Schneeammern oder Berghänflinge vom Spülsaum oder aus den Salzwiesen aufscheucht. Besonders hübsch ist die Ohrenlerche mit ihrer schwarz-gelben Gesichtszeichnung, die aber nur beim genauen Beobachten mit dem Fernglas zu erkennen ist. Schneeammermännchen sind besonders leicht beim Abflug an dem sehr kontrastreichen schwarz-weißen Gefieder zu erkennen, während der etwas kleinere Berghänfling braun und damit unscheinbar gefärbt ist.
Die Samen von Queller und anderen Salzpflanzen sind für diese Arten die wichtigste Winternahrung, die sie überwiegend in den unbeweideten Salzwiesen finden. Ihre Bestände nahmen mit der Intensivierung der Salzwiesenbeweidung seit 1965 über Jahre hin ab. Durch die Verringerung der Schafbeweidung im Nationalpark kann in den letzten Jahren wieder eine allmähliche Bestandserholung verzeichnet werden.
Während viele Menschen zwischen Flensburg und Lauenburg sich angesichts des kalten und nassen Winterwetters also schon nach den wärmenden Strahlen der Frühlingssonne sehnen, steht Schleswig-Holstein gerade in diesen Tagen in weiten Teilen der Vogelwelt als das Top-Reiseziel ganz oben auf der Beliebtheitsskala.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Christian Seyfert, Christiane Conrad | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201, -7204 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@mlur.landsh.de <"mailto:pressestelle@mlur.landsh.de> | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de
