Jagd auf Niederwild

Nachdenken über die Jagd auf Niederwild

Die Zeiten, in denen allwinterlich, oft unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung, auf großen Niederwildjagden mit bunten Strecken Hunderte von Hasen, Kaninchen, Fasanen, Enten etc. erlegt wurden, liegen schon lange hinter uns.

Mit einigen historisch gewachsenen Tatsachen müssen wir uns abfinden. Gleichwohl dürfen wir nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern sollten an dem Ziel festhalten, gemeinsam mit vielen Naturexperten und -freunden ausgeräumte Landschaften durch Biotopgestaltung neu zu beleben.


Tradition und Gewohnheitsbildung


Wir sollten aber auch selbstkritisch prüfen, ob wir unsere angestammten Gewohnheiten, nämlich groß angelegte Treibjagden in der Feldflur, selbst dann noch beibehalten wollen, wenn am Ende nur ein paar armselige Kreaturen auf der Strecke liegen. Angesichts des großen Aufgebotes an Schützen, Treibern, Bläsern und Hunden, eingedenk der vielen "Fehlschüsse" - oftmals unter den Augen der Öffentlichkeit - und der nicht in jedem Fall tödlich getroffenen Tiere, die flüchten konnten und womöglich auch mit guten Hunden nicht gefunden wurden, ist derartiges Tun in Frage zu stellen.


Alternative Sichtweisen

  • Warum nicht zu einer gut vorbereiteten, beschaulichen, gemeinsamen Ansitzjagd auf Niederwild laden?
  • Warum nicht den anwechselnden Hasen, wenn er dann verhofft, mit einem sauberen und wildbret- schonenden Kleinkaliberschuss erlegen, anstatt einen dröhnenden Schrothagel ins Unterholz zu werfen?
  • Warum nicht den stehenden Fasanenhahn anpirschen und sicher töten?
  • Warum nicht, zumindest wenn man kein versierter Schütze ist, auf den Schuss auf die pfeilschnell fliegende Ente verzichten und stattdessen den auf dem Wasser eingefallenen Vogel schießen?


Diese zunächst ketzerisch anmutenden Sichtweisen mögen manche Jäger nicht nachvollziehen können, müssten sie doch vielleicht zu dem Schluss kommen, dass letztlich nur die Konsequenz bliebe, sich von einigen liebgewordenen Gewohnheiten zu verabschieden.
Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd würde es entschieden begrüßen, wenn in einem Agrarland wie Schleswig-Holstein endlich zukunftsweisende Zeichen für eine akzeptable Jagd auf Niederwild gesetzt würden. Fest steht: mit einem solchen alternativen Jagdkonzept ist es leichter, Beute zu machen, das Handwerk sauber auszuüben, tierschutzgerecht zu jagen und Freude zu erleben, - und nicht zuletzt dafür in der nicht jagenden Öffentlichkeit Verständnis zu finden.