Instrumente zur Nachhaltigkeit

Jagd- und Schonzeiten

Mit der Überarbeitung der Landesverordnung über die Änderung von Jagdzeiten bot sich 2002 in Schleswig-Holstein die Chance, die seit 1978 bestehenden Regelungen zu aktualisieren. Eine solche Modernisierung erschien in Anbetracht der Bestandesentwicklung verschiedenster Arten, neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und gewachsener öffentlicher Sensibilität bei Eingriffen in den Naturhaushalt dringend geboten.

Empfehlungen zur Modernisierung

Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd hat sich mit eigenen Vorstellungen und Argumenten an diesem Verfahren beteiligt.
Es galt, eine Fülle sehr unterschiedlicher Ansprüche zu bewerten. Wildbiologische, land- und forstwirtschaftliche, natur- und tierschutzrelevante sowie gesellschaftspolitische Gesichtspunkte fanden jeweils besondere Berücksichtigung.
Bei jeder Art wurde hinterfragt, ob es einen "vernünftigen Grund" (§1TierSchG) für das Töten von Individuen geben könne.
Bei wandernden Arten bestimmten auch überregionale und internationale Aspekte die Gewichtung.
Auch "Nachhaltigkeit" war ein zentrales Prüfkriterium.

Mit der zeitlichen Harmonisierung von Jagd- und Schonzeiten können längere jagdliche Ruheperioden geschaffen und damit Störungen für das Wild gemindert werden.
Gleichzeitig veranlasst eine Verkürzung von Jagdzeiten - die ja in anderen Ländern längst mit Erfolg praktiziert wird - die Jäger, die Effektivität ihres jagdlichen Handelns zu verbessern. Sie trägt außerdem dazu bei, die Verständnisbereitschaft in der Öffentlichkeit für die Belange der Jagd zu fördern.

Für einige Arten fordert die AGNJ, abweichend von den Vorschlägen aus der Landesverordnung, eine ganzjährige Schonzeit.

Die Arbeitsgemeinschaft Naturnahe Jagd hat empfohlen, dass in Zukunft für Arten, die in ihrer Bestandesdynamik starken Schwankungen unterliegen, die Möglichkeit geschaffen werden sollte, von starren Jagd- und Schonzeiten abzuweichen und entsprechend den aktuellen Bestandessituationen, mit möglichst unkompliziertem Verwaltungsaufwand jeweils kurzfristig und regional beschränkt Entscheidungen zu treffen.