Endlich das Ende der Jagdgatter !

Nachdem nach 15 Jahren (Jagdgesetznovelle von 1999) die Jagdgatter nicht verschwunden waren, handelte die Landesregierung! Die Rechtmäßigkeit hat  auch das Verwaltungsgericht in Schleswig bestätigt ! Wiederum Klage ! Jetzt müssen die Jagdgatter endgültig beseitigt werden stellte das Bundesverfassungsgericht fest . Wald darf jetzt wieder Wald sein (- ein bisschen) !

Bericht aus den Lübecker Nachrichten vom 31.03.2020

Von Bismarck muss die Jagdgatter zum 01.04.2020 aufmachen

Dienstag, 31. März 2020 Lokal Lauenburg

Bismarck muss die Sauen rauslassen
Die Jagdgatter im Sachsenwald sind als geschlossene Gehege
Geschichte.
Am 1. April müssen die Tore geöffnet werden. Das Wild hat dann
freie Bahn.
Von Holger Marohn
Oberforstmeister Gerhard Rosenthal. Foto: Holger Marohn
Sachsenwald. „Es hat keine vernünftige einvernehmliche
Genehmigung gegeben. Wir werden die Tore wie angeordnet
aufmachen müssen.“ Gemeinsam mit Maximilian von Bismarck hat
Oberförster und Unternehmensberater Gerhard Rosenthal in den
vergangenen Monaten alles versucht, um den Saupark im Sachsenwald
als geschlossenes Gehege zu erhalten. Doch auch der Versuch der
Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Wildparks ist gescheitert.
Unterstützung für diese Idee hatte Maximilian von Bismarck sowohl von
der Gemeinde Dassendorf als auch von der FDP mit dem örtlichen
Landtagsabgeordneten Jan Marcus Rossa bekommen.
Doch mit der Ablehnung muss nun der Bescheid des Landes weiter
umgesetzt werden. Das gilt auch für das in den 70er Jahren errichtete
Rotwildgatter. Nachdem in den vergangenen Monaten der Bestand
bereits reduziert worden war, müssen beide Gatter nun bis zum 1. April
geöffnet sein. Ein Zustand, den es beim 450 Hektar großen Saupark
nur einmal in der mehr als 175-jährigen Geschichte gab – zum Ende
des Zweiten Weltkrieges.
Hintergrund für die Auflösung der beiden Gatter ist eine Änderung des
Landesjagdgesetzes im Jahr 1999. Die darin enthaltene Übergangsfrist
lief 2014 aus. Klagen der Bismarcks gegen die Öffnung waren erfolglos.
Allein im Bereich des Sauparks muss der etwa zwölf Kilometer lange
Zaun an gut einem halben Dutzend Stellen geöffnet werden – und zwar
in alle Richtungen und in Teilen auch dort, wo gar keine Tore vorhanden
sind. Die genauen Stellen sind bereits vor fünf Jahren in einem
Bescheid der unteren Jagdbehörde festgelegt worden.
Befürchtet wird nun, dass vor allem die Wildschweine aus dem Gatter
nicht nur den benachbarten Golfplatz „erkunden“, sondern auf der
Suche nach neuen Revieren auch die Landesstraße zwischen Aumühle
und Friedrichsruh überqueren werden. Dort hatte es in den
vergangenen Jahren immer wieder Wildunfälle gegeben. Viele fürchten,
dass die völlig wildwechsel-unerfahrenen Wildschweine und
Damhirsche weitere verursachen.
Das Gleiche gilt auch für die B 404, die im Sachsenwald parallel zum
vor der Öffnung stehenden Rotwildgatter verläuft. Erst 2016 war ein
Autofahrer dort bei einem Wildunfall so schwer verletzt worden, dass er
später im Krankenhaus starb.
In der mehr als 175-jährigen Geschichte war der Saupark im
Sachsenwald nur ein Mal offen. Laut Ausführungen des Autors Rolf
Henning in einem Beitrag für die Zeitschrift „Lauenburgische Heimat“ im
Jahr 1984 wurde das Gatter 1945 bei den Kämpfen in den letzten
Kriegstagen an mehreren Stellen zerstört und erst 1950 wieder
geschlossen.
Diese Zerstörungen sorgten laut Henning auch dafür, dass es heute im
Sachsenwald Damwild gibt. Denn diese Wildart, die sonst nicht im
Sachsenwald heimisch war, siedelten die Dänen vor 150 Jahren laut
Henning im „Saugarten“ an. Durch die Zerstörungen des Gatters 1945
konnten auch die Damtiere in andere Teile des Sachsenwaldes
wechseln und die dort heute vorhandenen Bestände begründen.
Während die beiden Bismarckschen Forstverwaltungen die Gatter zum
1. April öffnen müssen, hat der Kreis angekündigt, dieses auch am 2.
April zu kontrollieren. In den kommenden sechs Monaten sollen die
Zäune dann komplett zurückgebaut werden. So sieht es die Anordnung
vor.
Unterschiedliche Auffassungen gibt es dabei zum Betretungsrecht des
Waldes. Während der Kreis das Betreten der Wege in den
Gatterbereichen auf der Grundlage des Landeswaldgesetzes als
erlaubt ansieht, geht Förster Rosenthal davon aus, dass dieses erst im
Zuge der kompletten Öffnung in sechs Monaten erlaubt sein wird. Zu
bedenken sei der Sicherheitsaspekt für die Spaziergänger, sagt
Rosenthal. Schließlich müssten sich auch die Tiere erst an die
Menschen gewöhnen. Und mit ihren Frischlingen könnten die Bachen
derzeit bei Störungen unter Umständen sehr nervös reagieren.

Menü