Das war ja zu erwarten !

 

aus den “Lübecker Nachrichten” vom 06.11.2019

Problemwolf: Jäger unzufrieden mit Erlass

Landesjagdverband fordert Rechtssicherheit und Anonymität

Kiel. Die Jagd auf den Problemwolf GW924m gestaltet sich schwierig. Die bislang erfolglose „Task-Force“ des Umweltministeriums hofft auf die Hilfe von 175 Jägern aus den Kreisen Segeberg, Pinneberg und Steinburg, die theoretisch berechtigt sind, Jagd auf den Problemwolf zu machen. Doch der Landesjagdverband ist mit der neuen Regelung unzufrieden.

„Die Ausnahmeregelung greift zu kurz und die Einbindung des Verbandes und der Jägerschaft im Vorfeld war nicht ausreichend“, kritisiert Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Für ihn steht fest: „Wenn wir helfen sollen, dann auch zu unseren Bedingungen.“

Heins fordert neben der Einbeziehung aller örtlichen Jagdscheininhaber auch die „Zusicherung von Rechtssicherheit sowie die finanzielle Freistellung bei eventuellen Klage- oder Strafrechtsverfahren im Sinne eines umfassenden Rechtsschutzes“.

Sollte der Problemwolf erschossen werden, will Heins, dass der erfolgreiche Schütze anonym bleibt: „Wozu soll es gut sein, im Erfolgsfall den Ort und den Namen des Erlegers aktenkundig zu machen? Hauptsache ist doch, dass das Problem gelöst ist“, findet der Chef des Landesjagdverbandes.

Offenbar haben viele Jäger im Norden angesichts der sehr emotional geführten Debatte über den Problemwolf Angst vor Racheaktionen radikaler Naturschützer. Heins sieht nun die Politik in der Pflicht und den Abschuss von GW924m „nur als Zwischenschritt im Hinblick auf ein aktives Wolfsmanagement“, das der Landesjagdverband seit fast einem Jahr fordere. Der Problemwolf müsse erlegt werden, weil er mehrfach Schutzzäune überwunden habe und diese Fähigkeiten eventuell an seine Nachkommen weitergeben könne.

Menü